(rw) “Terrorismus sollte niemals verherrlicht werden. Das galt schon immer, das gilt erst recht nach den Anschlägen vom 11. September in New York und vom 11. März in Madrid. Terroristen sind keine Vorbilder für Kinder. Das gilt für Osam bin Laden, das gilt für Che Guevara.” Mit diesen Worten reagiert der Vorsitzende der JUNGEN UNION (JU), Stefan Spallek, auf eine Einladung des Deutschen Kinderschutzbundes zu einem Musical über den kubanischen Guerilla-Führer am 22. April in Wiesbaden.
Leider sei Che Guevara den meisten Menschen nur als moderne Ikone von T-Shirts oder Plakaten bekannt, die man mit Freiheitskampf, Rebellion und südliches Flair in Verbindung bringe. “Che Guevara hat aber auch Erschießungskommandos befehligt, die hunderte Andersdenkende massakrierte und er hat tausende Oppositionelle in so genannte Resozialisierungslager sperren lassen”, erinnert Stefan Spallek an die anderen Seiten des Guerilla-Kämpfers. Von Che Guevara stamme das Zitat, im kommenden atomaren Weltkrieg würden “Tausende von Menschen überall sterben, aber das soll uns nicht beunruhigen.”
Als Erinnerung an einen solchen Mann ist für den 22. April in Wiesbaden ein Sektempfang, ein Musical, ein Ché-Buffet, eine Tombola und eine Aftershow-Dance-Night geplant. “Das ist an Geschmacklosigkeit nicht mehr zu überbieten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Sponsoren und die Veranstalter sich bewusst sind, wessen sie auf diese Art und Weise gedenken”, empört sich der JU-Chef.
Mit dem Erlös der Veranstaltung solle das Wiesbadener Elterntelefon finanziert werden. “So löblich diese Absicht ist, kein noch so guter Zweck heiligt jedes Mittel. Ich fordere den Kinderschutzbund auf, das Musical abzusagen. Unter den tausend Toten eines Krieges, die Che Guevara nicht beunruhigt haben, wären auch zahllose Kinder gewesen”, stellt Stefan Spallek abschließend fest.



