(rw) Als “abwegig und unqualifiziert” hat der Wiesbadener JU-Vorsitzende Stefan Spallek die Kritik des Juso-Vorsitzenden am Vorstoß der Bundestagsabgeordneten Kristina Köhler, die Übergabe der Einbürgerungsurkunde in feierlichem Rahmen vorzunehmen, kritisiert. “Kollege Borowski ist ganz offensichtlich nicht auf der Höhe der innerparteilichen Diskussion bei der SPD”, stellt Stefan Spallek fest und verweist auf den SPD-Ministerpräsidenten Beck in Rheinland-Pfalz.
Dieser hatte zum Jahreswechsel alle Kreis- und Stadtverwaltungen in seinem Bundesland aufgefordert, die Einbürgerungen im Rahmen einer Feierstunde zu vollziehen. Dabei soll nach dem Willen des SPD-Politikers Beck unter anderem die Nationalhymne gespielt werden und jeder Neubürger ein Exemplar von Grundgesetz und Landesverfassung erhalten.
Als weitere “Kronzeugin” beruft sich der JU-Vorsitzende auf die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium Ute Vogt. Diese hatte sich in einem Interview ebenfalls für feierliche Einbürgerungen ausgesprochen: “Es wäre gut, wenn wir aus diesem Ereignis ein besonderes Erlebnis für unsere neuen Mitbürger machten. Wir können so zeigen, dass wir uns freuen, dass sich Menschen zu unserem Land bekennen.” (Berliner Zeitung v. 30.12.04)
“Wenn Dennis Borowski die feierliche Einbürgerung weiterhin “naiv” und “unwürdig” findet, soll er sich zuerst mit seinen SPD- Vorleuten auseinandersetzen, statt Kristina Köhler zu beschimpfen”, retourniert Stefan Spallek die Anwürfe des Juso-Chefs und führt weiter aus: “Die Feier ist nicht als ein einmaliges Ereignis zu sehen, sondern als feierlicher Abschluss des gesamten Einbürgerungsprozesses. Das in diesem Zusammenhang auch die zentralen Werte der freiheitlichen und demokratischen Ordnung in unserem Land Erwähnung finden, ist selbstverständlich. Schließlich soll es beim Erwerb der Staatsbürgerschaft um eine bessere Identifikation und Integration gehen.”
Mit der Schaffung des Einwohner- und Integrationsamtes habe sich die Stadt Wiesbaden schon vor Jahren bundesweit zum Vorreiter gemacht. “Die Initiative hierzu ist von der CDU in Wiesbaden ausgegangen”, ist es dem JU-Vorsitzenden wichtig festzuhalten. “Wir müssen die Integration aktiv fördern, und dazu gehören vor allem die zahlreichen Angebote der Stadt zum Spracherwerb. Nur wer die Sprache des Landes beherrscht, kann sich auf Dauer erfolgreich zurechtfinden”, ist Stefan Spallek überzeugt.
Neben der gemeinsamen Sprache sei das Grundgesetz und die darin gegründete freiheitliche Gesellschaftsordnung die Basis unseres Zusammenlebens. “Beides sind Dinge, für die wir uns nicht zu schämen brauchen, sondern die wir offensiv vertreten müssen”, hält Spallek fest. In diesem Zusammenhang von “unwürdig” oder “Belastung” zu sprechen, wie es der Juso-Vorsitzende getan hat, zeuge von geringer Sachkenntnis und sei des Themas unwürdig.



