Wiesbaden/Hofheim. In einer gemeinsamen Presseerklärung sprechen sich die Kreisverbände der JU Main Taunus und JU Wiesbaden für einen Ausbau der sog. “Wallauer Spange” aus. “Die Anbindung Wiesbadens an die ICE-Strecke Frankfurt-Köln hat über eine viertel Milliarde Euro gekostet. Diese liegen mehr oder weniger brach. Volks- und betriebswirtschaftlich ist es daher dringend geboten, über neue Konzepte zur Ermöglichung einer verstärkten Nutzung der Strecke nachzudenken. Letztlich ist es für die Menschen in den östlichen Stadtteilen Wiesbadens wie auch im Main Taunus Kreis sinnvolller durch den öffentlichen Personennahverkehr ans Fernbahnnetz des Frankfurter Flughafens und Frankfurter Hauptbahnhofs angeschlossen zu sein. Da kann man auch auf “eigene” ICE-Halts besser verzichten, wenn man zeitnah woanders Zugang zum Fernbahnverkehr hat”, so die Wiesbadener JU-Kreisvorsitzende Astrid Wallmann, MdL, und der stellvertretende JU-Kreisvorsitzende des Main Taunus Kreises, Christian Vogt, unisono.
“Wir, als Interessenvertreter der jungen Menschen im Rhein-Main-Gebiet, möchten, dass sich die Deutsche Bahn und der RMV daher noch einmal verstärkt mit dem Bau der so genannten ‘Wallauer Spange’ auseinandersetzen. Die Wallauer Spange hätte den Vorteil, dass neben einer verbesserten ICE-Anbindung Wiesbadens, auch ein neuer Haltepunkt – zwischen Wiesbaden-Delkenheim und Hofheim-Wallau – eingerichtet werden könnte, der wiederum für eine optimierte Nahverkehrsanbindung sowohl der Stadt Wiesbaden als auch des Main-Taunus-Kreises sorgen würde. Auch aus umweltpolitischen Aspekten wäre der Ausbau sinnvoll und nachhaltig. Damit ließen sich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen”, so Wallmann und Vogt weiter.
Die “Wallauer Spange” wurde bereits bei den Planungen zum Bau der ICE-Trasse in den 1990ern in Erwägung gezogen. “Die Fahrtzeit würde sich für die Reisenden deutlich verkürzen; für die Strecke vom Wiesbadener Hauptbahnhof zum Frankfurter Flughafen von 30 Minuten auf dann 15 Minuten und zum Frankfurter Hauptbahnhof von 40 Minuten auf etwa 25 Minuten”, wie der JU-Kreisvorsitzende aus dem Main-Taunus-Kreis, Jens Fleck, mitteilt.
“Allein durch die Wiesbadener Stadteile Breckenheim, Delkenheim und Nordenstadt und die Hofheimer Stadtteile Wallau und Diedenbergen, die in unmittelbarer Nähe zu einem möglichen S-Bahn Haltepunkt ‘Wallauer Spange’ liegen, werden rund 26.000 Menschen erreicht. Könnten die Menschen auf den S-Bahn-Verkehr ausweichen, würde es im Sinne eines “staufreien Hessens” und vor allem aus umweltpolitischen Aspekten zu Entlastungen auf den umliegenden Autobahnen kommen.
“Dass dies mit neuerlichen Kosten in zweistelliger Millionenhöhe verbunden ist, ist uns bewusst. Da jedoch bereits 279 Millionen Euro in das Projekt investiert wurden, sollte man ernsthaft über diesen Schritt nachdenken, damit der finanzielle Aufwand nun endlich auch der Region einen Nutzen bringt.” Bisher liege der Wiesbadener Abzweig bei werktags nur 12 ICE-Zügen mehr oder weniger brach, stellen die Jungpolitiker fest.
Um ihre Forderungen weiter Nachdruck zu verleihen, werden die JU Kreisverbände einen Brief an den RMV sowie an die Deutschen Bahn senden.



