„Die Innenstadt ist abends tot“

JU: Unsere Stadt ist keine ‚Assi-Hochburg‘ / unattraktives Nachtleben

Die Junge Union Wiesbaden (JU) weist die Aussage zweier Vertreter des Jugendparlaments, Wiesbaden sei eine ‚Assi-Hochburg‘, zurück: „Der Begriff ‚Assi-Hochburg‘ schert unsere gesamte Stadt über einen Kamm, das kann man so nicht stehenlassen“, sagt der Kreisvorsitzende Carsten Wrobel. Der plakative Sprachgebrauch verdränge auch die wirklichen Ursachen der Lage: „Dass nachts in der Innenstadt betrunkene Cliquen Passanten anpöbeln, ist kein Geheimnis. Wir kritisieren nicht die Feststellung, dass es Probleme gibt, sondern, dass man schnell mit der Aussage ‚Assi-Hochburg‘ dabei ist, bevor man sich Gedanken über die Ursachen der Situation gemacht hat“.

Die Junge Union sieht die Lage in der Innenstadt nicht nur als ein Sicherheitsproblem: „Das größte Problem ist nicht, dass einige ‚Assis‘ auf dem Mauritiusplatz und anderswo rumpöbeln, Wiesbaden steht in der Kriminalitätsstatistik gut da. Das eigentliche Problem ist, dass die vielen Nicht-‚Assis‘ abends lieber in Mainz oder Frankfurt weggehen, weil das Wiesbadener Nachtleben, insbesondere für Studenten, unattraktiv ist“, sagt Pressesprecher Philipp Offenberg. Menschen mit Alkoholproblemen oder perspektivlose Jugendliche, die ihre Aggressionen an anderen auslassen, gebe es nun einmal zu einem gewissen Prozentsatz in jeder Stadt. „In Wiesbaden gibt es sicher nicht mehr Menschen mit solchen Problemen, als in anderen Großstädten. Dadurch, dass diesen Leuten abends in der Innenstadt weitgehend das Feld überlassen wird, fallen sie aber mehr auf“, sagt Philipp Offenberg. Die Fußgängerzone sei nachts total verwaist und die besagten Cliquen oft die einzigen Menschen, die man auf dem Weg durch die Kirchgasse antreffe. So könne tatsächlich der falsche Eindruck entstehen, Wiesbaden sei eine ‚Assi-Hochburg‘.

„Wären abends mehr Menschen in der Fußgängerzone, würden die pöbelnden Cliquen auch ohne weitere Polizeipräsenz in die Schranken gewiesen“, sagt Philipp Offenberg. Sicherheit und Attraktivität des Nachtlebens könnten nicht getrennt voneinander gedacht werden. „Wir müssen zum Einen überlegen, wie wir die Problemfälle in den Griff kriegen, zum anderen aber dafür sorgen, dass die Leute, die wir abends in der Stadt haben wollen auch kommen“, sagt Philipp Offenberg. Als ersten Schritt fordert die Junge Union, dass mehr Nachtbusse eingesetzt werden.

Der Kreisvorsitzende Carsten Wrobel weist darauf hin, dass die Stadt bereits einiges für die Sicherheit getan habe. So gebe es ein neues Sicherheitskonzept für den Schlachthof und die Polizeipräsenz in der Innenstadt sei erhöht worden. „Die Junge Union wird sich in den nächsten Monaten intensiv mit dem Thema Sicherheit befassen“, kündigt Carsten Wrobel an. In der nächsten Kreisvorstandssitzung werde der Leiter des Ordnungsamtes sprechen, der ‚Arbeitskreis Kommunales‘ in der JU habe einen Vertreter der AG Jaguar als Referenten eingeladen und zum Abschluss der internen Arbeitsphase sei eine Podiumsdiskussion geplant.​​

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